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Einst prägten kleine Bürgerhäuser diesen Platz auf dem Hradschin. Vielleicht sähe er heute noch so aus, hätte nicht 1541 ein verheerender Brand gewütet. Die meisten Häuser brannten nieder. Wohlhabende Adelige kauften die frei gewordenen Grundstücke auf und ließen auf dem Hradschin ihre prächtigen Palais errichten. Jeder wollte eine Residenz möglichst nahe an der Prager Burg haben. |
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Direkt gegenüber der Prager Burg steht das Toskanische Palais. Es entstand 1690 im Auftrag des Grafen Michael Oswald von Thun. 1718 wurde es an Anna Maria Franziska von Sachsen-Lauenburg verkauft, die Gemahlin des letzten Großherzogs der Toskana aus dem Hause Medici. Daher rührt der Name des Palais. Die barocken Skulpturen hinter der Balustrade stammen von Johann Brokoff. Die Statue des heiligen Michael an der Gebäudeecke wird Ottavio Mosto zugeschrieben. |
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Heute wird das Toskanische Palais vom Außenministerium der Tschechischen Republik genutzt. |
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Rechts vom Toskanischen Palais, am Ende der Kanovnická-Straße, steht das Palais Martinitz, eines der schönsten Renaissancepalais Prags. Auf den ersten Blick wirkt es recht klein. Doch stellen Sie sich vor: Anfang des 19. Jahrhunderts verbargen sich hinter seinen Mauern vier Treppen, zwei Stallungen für 32 Pferde, fünf Innenhöfe, zwei Springbrunnen, ein Brunnen und zahlreiche Wohnräume. Nicht ohne Grund galt es seinerzeit als das zweitgrößte Privathaus auf dem Hradschin, gleich nach dem Palais Czernin. Das Gebäude ist zudem eine auf die Hälfte verkleinerte Nachbildung des Königspalastes auf der Prager Burg. |
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Ende des 18. Jahrhunderts wurde das Palais in Wohnungen aufgeteilt. Eine umfassende Restaurierung fand erst in den 1970er Jahren statt. Heute werden seine Säle für Konzerte, Konferenzen und Hochzeiten genutzt. |
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Links vom Toskanischen Palais steht die Kirche St. Benedikt aus dem 17. Jahrhundert mit dem Kloster der Unbeschuhten Karmelitinnen. Das Kloster gehörte ursprünglich den Barnabiten. Am Klostergebäude können Sie noch erhaltenes Mauerwerk eines Turms der Hradschiner Befestigungsanlage aus dem 14. Jahrhundert erkennen. |
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Neben der Kirche steht das Renaissancepalais Schwarzenberg. Sgraffiti zieren das gesamte Gebäude bis hin zu den Giebeln und Schornsteinen. Italienische Baumeister errichteten es in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts im Auftrag von Johann Popel von Lobkowitz. Deshalb wird es gelegentlich auch Palais Lobkowitz genannt. |
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Seit 1719 gehörte es der Familie Schwarzenberg. Da sich der Hof jedoch in Wien befand, zog es auch die böhmischen Adeligen dorthin, in die Nähe der Herrscher. Viele Prager Palais standen deshalb leer. 1908 stellte die Familie Schwarzenberg ihr Palais dem Technischen Museum unentgeltlich zur Verfügung. Während des Prager Aufstands 1945 wurde es schwer beschädigt und anschließend in langwierigen Arbeiten wiederhergestellt. Danach beherbergte es mehrere Jahrzehnte das Militärmuseum. Heute gehört das Palais Schwarzenberg der Nationalgalerie. |
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Links vom Palais Schwarzenberg sehen Sie das Palais Salm, das Anfang des 19. Jahrhunderts im Stil des Klassizismus erbaut wurde. Auch dieses Gebäude gehört der Nationalgalerie. An der Ecke des Palais steht ein Denkmal für Tomáš Garrigue Masaryk, den ersten Präsidenten der Tschechoslowakischen Republik. |
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Links von der Prager Burg steht das Erzbischöfliche Palais. Seine reich verzierte Rokokofassade schuf der Architekt Johann Joseph Wirch Mitte des 18. Jahrhunderts. Der Skulpturenschmuck stammt von Ignaz Franz Platzer, einem der bedeutendsten Bildhauer des Barock. Seit dem 16. Jahrhundert dient das Palais als Residenz des Prager Erzbischofs. |
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Die Pestsäule auf dem Hradschiner Platz wurde im 18. Jahrhundert zum Gedenken an die Epidemien errichtet, die Prag 1713 und 1714 heimsuchten. Zugleich war mit ihr die Bitte an die Heiligen verbunden, Kaiser Karl VI. einen Sohn als Thronfolger zu schenken (Karl VI. blieb jedoch ohne überlebenden männlichen Erben, und so trat Maria Theresia seine Nachfolge an). |
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Die Skulpturen schuf Ferdinand Maximilian Brokoff. Die Spitze der Säule krönt eine 206 cm hohe Statue der Jungfrau Maria. Darunter stehen die böhmischen Landespatrone: der heilige Veit, der heilige Wenzel und der heilige Adalbert. Etwas tiefer folgen die Heiligen Karl Borromäus, Johannes von Nepomuk, Elisabeth von Thüringen, Petrus, Florian und Paulus. Auch der heilige Norbert sollte hier seinen Platz finden. Doch der Abt des Prämonstratenserklosters steuerte kein Geld für die Pestsäule bei. Deshalb ist der Gründer des Prämonstratenserordens auf der Säule nicht vertreten. |
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