Eine der malerischsten Straßen Prags trägt den Namen des tschechischen Schriftstellers und Journalisten Jan Neruda. Sie führt vom Kleinseitner Ring hinauf zur Prager Burg. Hier können Sie Barockhäuser mit reich verzierten Giebeln und Portalen sowie mehrere Palais bewundern. Den besonderen Reiz der Nerudova-Straße machen jedoch ihre zahlreichen gut erhaltenen Hauszeichen aus, die einst anstelle von Hausnummern verwendet wurden.

Foto des Hauses „Zu den zwei Sonnen“ in der Nerudova-Straße in Prag

Das bekannteste Haus der Straße ist das Haus „Zu den zwei Sonnen“ (Nr. 233). Hier lebte Jan Neruda von 1845 bis 1857. Seine berühmteste Erzählsammlung trägt den schlichten Titel „Kleinseitner Geschichten“. Wo der Schriftsteller seine Inspiration fand, lässt sich unschwer erraten. Übrigens geht auch das Pseudonym des chilenischen Dichters und Literaturnobelpreisträgers Pablo Neruda auf Jan Neruda zurück.

Am Haus Nr. 210 sehen Sie eines der berühmtesten Hauszeichen Prags: drei Geigen. Es erinnert daran, dass hier drei Generationen von Geigenbauern lebten.

Foto des Hauses „Zu den drei Geigen“ in der Nerudova-Straße in Prag

Im Haus Nr. 211 lebte Anfang des 18. Jahrhunderts der berühmte Barockarchitekt Johann Blasius Santini-Aichl. Von ihm stammen auch die Entwürfe für zwei benachbarte Palais: das Palais Thun-Hohenstein (Nr. 214) mit Skulpturen von Matthias Bernhard Braun und das Palais Morzin (Nr. 256).

Foto einer Mohrenfigur an der Fassade des Palais Morzin

Das Palais Morzin wird wegen der beiden Figuren von Maximilian Brokoff, die den Balkon tragen, auch Haus „Zu den Mohren“ genannt. Die beiden Büsten seitlich des Balkons stammen ebenfalls von Brokoff: Ein junger Mann mit einer lächelnden Sonne auf der Brust verkörpert den Tag, eine in ein Tuch gehüllte junge Frau die Nacht. Heute ist in dem Palais die rumänische Botschaft untergebracht.

Das Haus Nr. 213 „Zum heiligen Johannes Nepomuk“ wird gleich von zwei Heiligen bewacht. Johannes Nepomuk selbst ist direkt über dem Eingang zu sehen. Ganz oben auf dem Dach steht eine Statue des heiligen Florian. Er gilt als Schutzheiliger gegen Feuer. In der Hand hält er einen Eimer, aus dem er Wasser auf ein brennendes Gebäude gießt.

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