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Vor tausend Jahren lag auf dem Gebiet der heutigen Altstadt ein für damalige Verhältnisse riesiger Markt. Er befand sich direkt an der Straße von der Prager Burg zum Wyschehrad. Entlang der Wege, die diese beiden Festungen miteinander verbanden, entstanden die ersten Häuser. Im 13. Jahrhundert glich die Siedlung bereits einer richtigen Stadt. Der Markt wuchs, und die umliegenden Flächen wurden mehr oder weniger planlos bebaut. |
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Deshalb kann man sich in diesem Teil Prags leicht verirren: Die Gassen sind verwinkelt, und ein planmäßiger Grundriss ist kaum zu erkennen. Einzelne Bereiche des Marktes spezialisierten sich auf bestimmte Waren. Das lässt sich noch heute an Straßen- und Platznamen ablesen: Rybná (Fischgasse), Masná (Fleischgasse) und Uhelný trh (Kohlenmarkt). Auch wer Russisch spricht, kann leicht erkennen, was hier einst gehandelt wurde. |
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Zur selben Zeit wurde die Stadt mit Mauern umgeben. Diese dienten nicht nur der Verteidigung, sondern waren auch Ausdruck eines Privilegs: Ihr Bau musste vom König selbst genehmigt werden. Die Stadtmauern der Altstadt verliefen vom Moldauufer beim Kloster der heiligen Agnes von Böhmen ungefähr entlang der heutigen Straßen Revoluční, Na Příkopě, 28. října und Národní und endeten wieder an der Moldau. |
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Sieben Haupttore und fünf weitere Tore führten in die Stadt. An die einstigen Befestigungsanlagen erinnern noch heute der Pulverturm aus dem 15. Jahrhundert und Straßennamen wie Na Příkopě („Am Graben“) und Můstek („Brückchen“). Vor den Stadtmauern verlief ein bis zu 20 Meter breiter und 6-8 Meter tiefer Graben. Wenn der Wasserspiegel der Moldau stieg, füllte sich der Graben mit Wasser und verwandelte die Altstadt in eine Insel. |
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Im 14. Jahrhundert erhielt die Stadt ein weiteres Privileg. König Johann von Luxemburg erlaubte den Bau eines Rathauses. Es ist das bis heute erhaltene Rathaus mit der berühmten astronomischen Uhr. |
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In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts brachten die Reformen des Habsburgers Joseph II. große Veränderungen für die Altstadt und die übrigen Teile Prags. Damals wurden zahlreiche Klöster und Kirchen geschlossen, darunter die Nikolauskirche am Altstädter Ring. |
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Noch einschneidender waren die Veränderungen Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts. Im Zuge der sogenannten „Assanierung“ wurden rund 600 Gebäude abgerissen. Besonders betroffen war die Josefstadt, das jüdische Viertel. Aber auch im östlichen Teil der Altstadt zwischen dem Altstädter Ring und dem Platz der Republik verschwanden viele Häuser. Anstelle der abgerissenen Gebäude entstanden Neubauten in historisierenden Stilen und im Jugendstil. |
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