Der Hradschin ist ein ganz besonderes Prager Viertel: nur wenige Gassen, prächtige Palais neben kleinen Häuschen, die Klänge des Loreto-Glockenspiels und die Gärten des Klosters Strahov.
Einst prägten kleine Bürgerhäuser diesen Platz. Vielleicht sähe er heute noch so aus, hätte nicht 1541 ein verheerender Brand gewütet. Die meisten Häuser brannten nieder. Wohlhabende Adelige kauften die frei gewordenen Grundstücke auf und ließen auf dem Hradschin ihre prächtigen Palais errichten.
Das Loreto auf dem Hradschin zählt zu den wichtigsten Wallfahrtsstätten Prags. Sein Name geht auf das italienische Städtchen Loreto zurück. Der Legende nach trugen Engel das Heilige Haus (Santa Casa) auf ihren Flügeln aus Nazareth dorthin. In diesem Haus erschien der Jungfrau Maria der Erzengel Gabriel und verkündete ihr, dass sie die Mutter des Erlösers werden würde.
Nur wenige Schritte vom belebten Loretoplatz entfernt liegt einer der romantischsten Winkel des Hradschins: die Gasse Neue Welt (Nový Svět). Brächte man Sie mit verbundenen Augen hierher, würden Sie kaum glauben, dass Sie noch in Prag sind. Einst war diese Gegend eine Vorstadt des Hradschins, wurde aber nach 1360 in den Mauerring der Stadt einbezogen.