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Seit mehr als elf Jahrhunderten erhebt sich die Prager Burg am linken Moldauufer über der Stadt. Einst residierten hier die böhmischen Fürsten, später die Könige. Heute dient sie dem Präsidenten der Tschechischen Republik als Amtssitz. |
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Um 880 verlegte Bořivoj, der erste historisch belegte böhmische Fürst, seine Residenz von Levý Hradec einige Kilometer flussaufwärts. Hier ließ er eine hölzerne Siedlung errichten und mit aufgeschütteten Wällen befestigen. Diese Siedlung erhielt den Namen Prag. Ende des 9. Jahrhunderts entstand hier das erste steinerne Gebäude auf Prager Boden: die Kapelle der Jungfrau Maria. Ihre Fundamente können Sie noch heute im Durchgang zwischen dem zweiten und vierten Burghof sehen. 920 ließ Fürst Vratislav das zweite steinerne Gotteshaus auf der Burg errichten, die St.-Georgs-Basilika. 925 gründete Fürst Wenzel die dritte Kirche, die St.-Veits-Rotunde. Im 10. Jahrhundert umgaben die Burg Wälle aus Holz und Erde mit einer steinernen Außenfront. 1135 ließ Fürst Soběslav einen neuen steinernen Fürstenpalast errichten. Nach 1135 wurde die ältere Wallanlage durch eine gemauerte romanische Befestigung ersetzt. |
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Ein weiterer wichtiger Abschnitt in der Geschichte der Prager Burg begann mit der Herrschaft Karls IV. Dieser böhmische König und römisch-deutsche Kaiser erreichte, dass das Prager Bistum zum Erzbistum erhoben wurde. Er ließ den Bau des gotischen Veitsdoms beginnen und den Königspalast im gotischen Stil umbauen. Auch die Jagiellonen setzten die gotischen Umbauten an der Burg fort. |
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Mit dem Herrschaftsantritt der Habsburger in Böhmen verlor die Prager Burg jedoch zunehmend an Bedeutung als königliche Residenz. Der einzige böhmische König aus dem Hause Habsburg, der die Prager Burg der Wiener Hofburg vorzog, war Rudolf II. Im 18. Jahrhundert fand Kaiserin Maria Theresia, die Burg wirke mit ihren Bauten aus verschiedenen Epochen wie zusammengewürfelt und sei nicht repräsentativ genug. Sie holte daraufhin ihren Hofarchitekten Nicolò Pacassi nach Prag. Er gab den Gebäuden einheitliche Fassaden im Stil des Klassizismus. |
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Die letzte größere Umgestaltung erfolgte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Damals wurde der Veitsdom vollendet. Der slowenische Architekt Jože Plečnik restaurierte die Innenräume der Burg und legte neue Gärten an. |
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