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Wo heute der Altstädter Ring liegt, herrschte einst reges Markttreiben. Rund um diesen Markt entstand nach und nach, ganz ohne Plan, eine Siedlung, die sich später zur Altstadt entwickelte. |
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Der Altstädter Ring war seit jeher der Mittelpunkt des öffentlichen Lebens in Prag. Hier stand das Rathaus, hier fanden Versammlungen statt, hier wurden königliche Erlasse verlesen und Verurteilte hingerichtet. Die bekannteste Hinrichtung auf dem Platz fand 1621 statt. Damals enthauptete der Scharfrichter Jan Mydlář 27 Anführer des Aufstands gegen die Habsburger. Weiße Kreuze im Pflaster neben dem Rathaus markieren heute die Hinrichtungsstätte. |
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Die Häuser rund um den Platz stammen noch aus der Romanik und Gotik. Ihre heutigen Fassaden entstanden überwiegend in der Renaissance und im Barock. |
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Das Haus zur Steinernen Glocke zählt zu den wertvollsten Gebäuden am Altstädter Ring. Sie erkennen es leicht an der steinernen Glocke an seiner Ecke. Es wird oft als eine der größten Prager Überraschungen des 20. Jahrhunderts bezeichnet. Als die Restaurierung begann, ahnte nämlich niemand, welch prachtvolles gotisches Haus sich unter dem Putz aus dem späten 19. Jahrhundert verbarg. In mühevoller Arbeit wurde das Haus von 1975 bis 1987 in seine ursprüngliche Gestalt zurückversetzt. Dazu mussten 13.000 wiedergefundene Fragmente des steinernen Schmucks zusammengesetzt werden. Seit 1988 steht das Haus zur Steinernen Glocke der Galerie der Hauptstadt Prag für Ausstellungen zur Verfügung. |
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Links vom Haus zur Steinernen Glocke steht das Palais Goltz-Kinsky. Dieser Rokokopalast wurde nach einem Entwurf von Anselmo Lurago für den Grafen Johann Ernst von Goltz erbaut. Der Legende nach bestach der Graf die Altstädter Ratsherren, damit sein Palast über die Flucht der umliegenden Häuser hinausragen durfte. Viel Zeit, sein neues Heim zu genießen, blieb ihm jedoch nicht: Johann Ernst von Goltz starb kurz nach der Fertigstellung. Franz Ulrich Kinsky kaufte das Palais. Das Gebäude blieb bis zur Beschlagnahme im Jahr 1945 im Besitz der Familie Kinsky. Heute wird es von der Nationalgalerie genutzt. |
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In der Mitte des Platzes erhebt sich das Denkmal für Jan Hus, Priester, Prediger und Rektor der Karlsuniversität. Auch die heute noch gebräuchlichen diakritischen Zeichen der tschechischen Rechtschreibung soll er vorgeschlagen haben. Hus lebte im späten 14. und frühen 15. Jahrhundert. In seinen Predigten in der Bethlehemskapelle begann er, die katholische Kirche zu kritisieren: Geistliche und Mönche kümmerten sich mehr um Macht und Reichtum als um das geistliche Leben. Die katholische Kirche erklärte ihn zum Ketzer. Am 6. Juli 1415 wurde Jan Hus auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Das Denkmal am Altstädter Ring wurde 1915 aufgestellt. Es ist ein Werk des Bildhauers Ladislav Šaloun. |
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Auf dem Platz steht auch eine Mariensäule. Sie ist eine Nachbildung der Säule, die hier von 1650 bis 1918 stand. Um ihre Wiedererrichtung gab es heftige Auseinandersetzungen. Gegner sahen in ihr ein Symbol der 300 Jahre, in denen das Königreich Böhmen Teil der Habsburgermonarchie war. Ihre Befürworter hingegen betonten, dass der künstlerische und historische Wert der Säule schwerer wiege. |
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Wie auch immer: Im Juni 2020 wurde die Nachbildung aufgestellt. Nun lässt sich wie früher an ihrem Schatten die genaue Uhrzeit ablesen: Genau zu Mittag fällt der Schatten der Säule auf den Prager Meridian, der im Pflaster markiert ist. |
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Am Platz stehen zwei Kirchen, die Nikolauskirche und die Teynkirche, sowie das gotische Altstädter Rathaus mit seiner berühmten astronomischen Uhr. |
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